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Heilbronner Stimme
Kirchardt - Brummt die Glocke dir, dann trink ein Glockenbrunnen Bier. Der Spruch, mit dem Uwe Kuhn sein Biobier vermarkten will, steht schon fest. Jetzt muss nur noch das Sudhaus her, und dann kann der 38- jährige Geschäftsführer der Firma Erdbau Kuhn endlich sowohl buddeln als auch brauen: maximal rund 400 Liter am Tag. Ein Traum geht in Erfüllung, für etwas mehr als 150 000 Euro Kosten.
Der Kirchardter Gemeinderat hat vergangenen Mittwoch mit grosser Begeisterung die ungewöhnlichen Pläne von Uwe Kuhn genehmigt. Kuhn will eine bestehende Lagerhalle zu einer Gaststätte mit Aussenbewirtung umfunktionieren und ganz nebenher den Gästen zeigen, wie richtiges Bier gemacht wird. Vollmundig soll es schmecken, und keine Einheitsbrühe sein. Im Grunde ist Bierbrauen wie Suppe kochen, sagt Uwe Kuhn und lacht. Vor wenigen Wochen hat er in Tirol einen Braukurs gemacht, beim urigen Tennenbräu, und der Bierbrauer Sepp hat ihn viel gelehrt.
Ich will einfach für die Region etwas ganz Besonderes bieten, erklärt Kuhn sein Vorhaben. Glockenbrunnen soll die Schaubrauerei heissen, wie ein Brunnen zwischen Berwangen und Richen. Und das Bier nennt Kuhn Bio Glöckchen. Mit seinem Biobiertempel will er Geniesser anziehen, keine Süchtigen. Das zeigen auch die Preise. Ein Liter wird mindestens drei Euro kosten - und damit deutlich mehr als die von Uwe Kuhn so sehr gescholtene Sutte der grossen Produzenten. Alles werde wegen der Haltbarkeit herausgefiltert und pasteurisiert. Bei ihm nicht. Ich lasse die ganzen Trub- und Nährstoffe drin, sagt er. Also das, was seiner Ansicht nach ein gutes Bier ausmacht. Sein Frisch- Bier werde zwei Monate haltbar sein, länger nicht. Seine Brauerei sei keine Konkurrenz zu anderen. Bundesweit gebe es eine Überschaubare Zahl von Biobier-Anbietern.
Eigentlich liegt der Getränke- Handel in der Familie. Seine Vorfahren seien Küfer gewesen, erzählt Kuhn. Most und Schnaps, damit kannte sich auch Urgrossvater schon gut aus. Seine Angestellten seien zunächst skeptisch gewesen, als sie von seiner neuesten Idee erfahren haben, aber nicht umsonst sei sein Spitzname Will - I. Wenn er was wolle, mache er das. Seine Vision sei es, den Kunden ein Bier brauen zu können, das ganz ihrem Geschmack entspreche. Das Handwerk soll im Geschmack spürbar sein, schwärmt Uwe Kuhn, der von sich selbst sagt, er trinke etwa einen Liter Bier am Tag.
Anfang Januar soll das Sudhaus geliefert und natürlich gleich das erste Bier gebraut werden. Als wäre das alles nicht genug, denkt Kuhn darüber nach, hinter der Brauerei einen Baggerpark zu realisieren - auf dem sowohl Kinder als Erwachsene ihrem inneren Verlangen nachgehen können.
Stichwort: Biobier
Im Unterschied zum Produzenten von normalem Bier ist eine Biobier-Brauerei vom Anbau bis zum Brauverfahren Ökologische Grundsätzen verpflichtet, die strengen Kontrollen unterworfen sind. Die Basis bilden Hopfen und Malz aus Ökologischem Anbau. Die Erzeuger arbeiten ohne chemische oder synthetische Pflanzenschutzmittel. Auch das Brauen selbst läuft nach Ökologischen Richtlinien ab sowohl die Aufbereitung, die Reinigung als auch die Lagerung. Uwe Kuhn aus Berwangen hat das feste Ziel, eine Zertifizierung des Demeter- Verbandes zu bekommen. Um diese zu erhalten, sind verschiedene Auflagen zu erfüllen. Ausserdem erfolgt bei Demeter eine staatliche, jährliche EG-Bio-Kontrolle nach der EG-Bio-Verordnung.
von Adrian Hoffmann, Heilbronner Stimme
www.Stimme.de
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